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Lagerverwaltungssystem (LVS): Was ist das und was kann es?
Ein Lagerverwaltungssystem (LVS) weiß, welche Ware an welchem Platz liegt, und hält jede Bewegung fest. Wir gehen einen Arbeitstag im Lager eines kleinen Versandhändlers durch, vom Wareneingang bis zum Bestandsabgleich am Abend, und klären, was ein LVS von WMS und Warenwirtschaft unterscheidet und wann Excel nicht mehr reicht.
Ein Lagerverwaltungssystem (LVS) ist eine Software, die weiß, welche Ware an welchem Platz im Lager liegt, und die jede Bewegung dorthin und von dort weg festhält. Vom Wareneingang über das Einlagern und Kommissionieren bis zur Inventur stimmt so der Bestand im Programm mit dem im Regal überein.
Wer „Lagerverwaltungssystem“ in die Suche tippt, bekommt meist genau so eine Definition und danach eine lange Funktionsliste. Greifbar wird ein LVS aber erst an einem gewöhnlichen Arbeitstag. Nimm einen kleinen Versandhändler für Tee und Gewürze mit gut 800 Artikeln. Sechs Regalreihen, drei Leute im Lager. Das Beispiel ist ausgedacht, die Abläufe darin sind es nicht.
Morgens um 7:40 steht die Lieferung vor dem Tor
Der Spediteur lädt 31 Kartons ab. Ohne System beginnt jetzt das Abhaken auf dem ausgedruckten Lieferschein, und spätestens bei Karton 20 fragt jemand, ob der Grüntee schon gezählt war. Mit einem Lagerverwaltungssystem nimmt Jana den Handscanner, scannt die Kartons und sieht neben jeder Position, was bestellt war und was tatsächlich angekommen ist.
Fehlen vier Dosen Kurkuma, steht die Differenz sofort an der Position. Bei Lebensmitteln kommen Haltbarkeitsdatum und oft auch die Charge dazu, damit später die Dose mit dem kürzesten MHD zuerst rausgeht. Wie das Prinzip dahinter funktioniert, erklärt der Beitrag Was ist FEFO?
Wer nach einem LVS mit Scanner sucht, meint meistens genau diesen Moment. Hier entstehen die Fehler, die abends keiner mehr findet.
Vormittags bekommt jeder Karton eine Adresse
Danach wird eingelagert. Das Herzstück eines LVS ist die Stellplatzverwaltung, also die Idee, dass jedes Fach eine eigene Adresse hat. B-04-2-3 heißt dann Gang B, Regal 4, Ebene 2, Fach 3, und am Fach klebt ein Barcode. Jana scannt erst den Platz, dann den Artikel, und ab da weiß das System, wo der Kurkuma liegt.
Das klingt nach Bürokratie und zahlt sich aus, sobald eine Aushilfe im Lager steht oder die einzige Person, die alles im Kopf hatte, zwei Wochen im Urlaub ist (das passiert erfahrungsgemäß im Dezember). Ein Artikel darf übrigens an zwei Orten liegen, ein paar Dosen griffbereit vorne im Pick-Lager, der Rest als Reserve oben im Regal. Wann das vordere Fach aus der Reserve aufgefüllt wird, regelt die Nachschubsteuerung im Lager.
Mittags bis abends geht es um Wege und Zahlen
Gegen zwölf sind 64 Bestellungen offen. Beim Kommissionieren, so heißt das Zusammensuchen der Ware, entscheidet die Reihenfolge über die Laufstrecke. Eine gute Pickliste sortiert die Positionen so, wie die Regale stehen, damit man einmal durch die Gänge geht statt im Zickzack. Wer mehrere Aufträge zugleich sammelt, bekommt einen gemeinsamen Pfad. Am Fach bestätigt der Scan, dass der richtige Artikel im Korb liegt. Greift jemand Chili mild statt Chili scharf, piept das Gerät, bevor das Paket zu ist.
Nachmittags wird verpackt, das Etikett gedruckt, die Sendungsnummer hängt am Auftrag und der Bestand sinkt von selbst.
Abends zeigt sich, ob das System taugt. Was im Programm steht, sollte zu dem passen, was im Regal liegt. Ein LVS rechnet dafür mit mehr als einer Zahl. Neben dem physischen Bestand gibt es die Menge, die für offene Aufträge reserviert ist, und gesperrte Ware, etwa aus einer beschädigten Lieferung. Frei verkaufen lässt sich nur der Rest. Wer einzelne Fächer regelmäßig nachzählt (permanente Inventur heißt das), fängt Abweichungen ab, bevor sie zum Jahresende die ganze Halle betreffen.
Welche Funktionen hat ein Lagerverwaltungssystem?
Zieht man den Tag zusammen, bleiben die Aufgaben, die fast jedes LVS abdeckt:
- Wareneingang mit Abgleich gegen die Bestellung, auf Wunsch mit MHD und Charge
- Stellplatzverwaltung mit Adresse und Barcode für jedes Fach
- Kommissionierung mit sortierter Pickliste und Kontrollscan
- Nachschub vom Reserveplatz ins Pick-Lager
- Bestandsführung, die reservierte und gesperrte Ware getrennt ausweist
- Inventur, als Stichtag oder laufend über das Jahr
Größere Systeme steuern zusätzlich Fördertechnik oder planen Schichten. Für einen Händler mit einer Halle sind das selten die Punkte, an denen es hakt.
Was ist der Unterschied zwischen LVS, WMS und Warenwirtschaft?
LVS ist das deutsche Wort, WMS (Warehouse Management System) das englische. Gemeint ist meistens dasselbe. Manche Anbieter reservieren WMS für größere Anlagen mit Fördertechnik und Schichtplanung, für einen Händler mit einer Halle spielt die Unterscheidung selten eine Rolle.
Die Warenwirtschaft ist der größere Rahmen. Sie kennt neben dem Lager auch Einkauf, Aufträge, Rechnungen und Kunden. Die Faustregel lautet also, dass das LVS beantwortet, wo etwas liegt und wie es dort hinkommt, die Warenwirtschaft dagegen, was du hast, was du brauchst und wem du es verkauft hast.
| Begriff | Beantwortet vor allem | Typischer Rahmen |
|---|---|---|
| LVS | Wo liegt der Artikel, wie kommt er raus? | Lager, Stellplätze, Picken, Inventur |
| WMS | Dasselbe, englischer Begriff | oft auch große Lager mit Fördertechnik |
| Warenwirtschaft | Was ist da, was fehlt, wer hat bestellt? | Einkauf, Aufträge, Rechnungen, Kunden, Lager |
Ein LVS kann eigenständig laufen und über eine Schnittstelle mit der Warenwirtschaft reden, oder es steckt gleich mit drin. Was eine Warenwirtschaft alles umfasst, erklärt der Beitrag Was ist ein Warenwirtschaftssystem?
Reicht Excel?
Für 50 Artikel und eine Bestellung am Tag oft ja. Lagerverwaltung mit Excel kippt an zwei Stellen. Irgendwann arbeiten zwei Leute gleichzeitig in der Datei, und dann gilt, was zuletzt gespeichert wurde. Außerdem zeigt eine Tabelle nur, was jemand eingetragen hat, und am Packtisch trägt niemand etwas ein. Spätestens wenn ein Onlineshop und ein Marktplatz aus demselben Regal verkaufen, ist die Zahl in der Zelle von gestern.
Oft fällt auch die Frage nach kostenloser Lagerverwaltungssoftware. Die gibt es, manche Programme sind ordentlich. Mitrechnen solltest du trotzdem die Zeit für die Einrichtung und vor allem für die Verbindung zum Shop, die man dort häufig selbst stemmen muss.
Und bei Omneya?
In Omneya gehören die Lagerfunktionen zur Warenwirtschaft und laufen nicht als eigenes Programm daneben. Den Wareneingang erfasst du per Scanner oder am Tablet und gleichst ihn mit der Bestellung ab, eingebucht wird direkt auf einen Stellplatz, auf Wunsch mit MHD und Charge. Die Stellplatzverwaltung führt Adressen bis auf die Fachebene und sortiert Picklisten nach der Lagerreihenfolge. Wird das Pick-Lager knapp, füllt sie es aus der Reserve nach. Inventur geht als Stichtags- oder als permanente Inventur, am Ende steht ein Differenzbericht. Druck und Versand lassen sich über Fulfillment-Workflows automatisieren.
Hinter Omneya steckt Erfahrung mit Warenwirtschaft und Onlinehandel seit 2007. Wie die Stellplätze im Detail funktionieren, zeigt die Seite Stellplatzverwaltung. Ausprobieren kannst du alles im Testsystem, 14 Tage kostenlos, mit allen Modulen und ohne Kreditkarte. Wenn du vorher über dein eigenes Lager sprechen möchtest, schreib uns über die Kontaktseite.
Werte kaufen. Wirkung schaffen. Die nächste Generation der Warenwirtschaft.
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